Krippe 2023

Begegnungen – Frauen im Stammbaum und Leben Jesu

Es ist soweit – die Vielvölkerkrippe 2023 baut sich nun von Wochenende zu Wochenende weiter auf. Die Adventsszenen erzählen die Geschichten von den Urururururgroßmüttern Jesu. Der Evangelist Matthäus nennt diese Frauen im Stammbaum Jesu. Diese Frauen haben einige Gemeinsamkeiten: Sie sind alle Nicht-Jüdinnen. Ihr Handeln und Tun sind auf den ersten Blick vielleicht unmoralisch, illoyal, gesetzeswidrig, zweifelhaft und entsprechen keinesfalls der Norm. Auch wenn wir heute eine gewisse Frauensolidarität an den Tag legen, ist es nicht immer einfach, für deren Handeln Verständnis aufzubringen. Was diese Frauen aber alle verbindet, ist ihr selbstbestimmtes, mutiges und unkonventionelles Auftreten und Agieren. Zur damaligen Zeit. In der Gesellschaft, in der sie lebten. Oft geschah dies unter größter Bedrohung ihres eigenen Lebens.

Erster Advent: Begegnung mit Tamar

Kennen Sie Tamar? Und ihre Geschichte? Wer war diese Frau? Was kann ihre Geschichte uns heute erzählen? Wie hören wir sie heute?

Auf diese Fragen kann ich Ihnen keine Antwort geben. Aber ich bin sicher, jede und jeder für sich wird vielleicht ein eigenes, ganz individuelles Bild von Tamar machen. Lassen Sie sich inspirieren, von den Impulsen der ersten Szene der Vielvölkerkrippe 2023.

Hier geht’s zu weiteren Bildern und zu den Impulsen.

Zweiter Advent: Begegnung mit Rabat

Seit der Begegnung mit Tamar sind sechs Generationen vergangen. Heute begegnen wir Rahab. Rahab lebte in Jericho und führte ein Wirtshaus an der Stadtmauer. Manche sagen, sie sei eine Hure gewesen, manche hielten sie für eine Priesterin und irgendwie ist sie zu einer Glaubensheldin geworden. Sind Sie neugierig geworden?

Hier gibt es mehr Eindrücke und die ganze Geschichte von Rahab.

Dritter Advent: Begegnung mit Rut

Rut ist die Schwiegertochter von Rahab. Sie füllt ein eigenes Buch im Alten Testament und war eine bemerkenswerte Frau. Sie hatte Vertrauen in sich, in einen Gott, der ihr fremd war, und in ihre Mitmenschen. Vielleicht kennen Sie Rut – bestimmt kennen Sie Rut. Aber vielleicht entdecken Sie noch etwas Neues in der Krippenszene…
Hier gibt es mehr dazu.

Vierter Advent: Begegnung mit Batseba

Batseba ist die Frau des Uria und wird von König David begehrt. Sie wird von ihm an den Hof geholt und er schläft mit ihr. Sie wird schwanger. König David lässt ihren Mann durch eine List an der Front zu Tode kommen und heiratet sie, damit das Kind als sein Sohn auf die Welt kommt. Aber das Kind stirbt wenige Tage nach der Geburt. Eine dramatische Geschichte.
Hier gibt’s noch mehr zu der Geschichte.

Und der Engel sprach zu Ihnen…

Weihnachten: Begegnungen über Begegnungen

Nun ist die Vielvölkerkrippe wieder vollständig zum Leben erwacht. Sie erzählt unendlich viele Geschichten und doch ist es nur die eine wahre Geschichte, die über allem strahlt.

Und der Engel sprach zu Ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Lukas 2, 10-11

Machen Sie sich auf den Weg! Gehen Sie auf Entdeckungsreise in der Vielvölkerkrippe und lassen Sie sich ein auf unzählige Begegnungen.
Begegnen Sie noch einmal den vier Stamm-Müttern Jesu. Hören Sie Tamar, Rahab, Rut und Batseba noch einmal zu – jetzt als Teil der ganzen Geschichte. Was ist neu für Sie? Was möchten Sie mitnehmen für sich? Wem dieser Frauen möchten Sie gerne einmal begegnen?

Es gibt aber noch mehr zu entdecken. Mit der Geburt Jesu im Stall in Bethlehem beginnen Begegnungen in der neuen Zeitrechnung. Sie können den Geschichten aus dem Neuen Testament begegnen. Es war doch Jesus, der als Prediger und Wanderer die Begegnungen suchte – vielleicht manchmal auch ungewollt oder eher erzwungen. Irgendwann war es so, dass die Menschen ihm begegnen wollten – diese Begegnungen sprechen von Hoffnung, von Zuversicht, manchmal von Verzweiflung angetrieben, oft von glaubensstarken Menschen.
Da war zum Beispiel die Begegnung Jesu mit der kanaanäischen Frau. Sie war ungewollt. Die Jünger und auch Jesu versuchen, die Frau abzuweisen. Ja selbst Jesus Reaktion ist ungewohnt schroff. Die Frau hat keine Hilfe von Jesus zu erwarten – sie ist schließlich keine Israelitin. Aber die Frau gibt nicht auf, sie bleibt dran und argumentiert mit guten Worten und Jesu erkennt ihren großen Glauben und überwindet seine eigene Vorstellung, dass er für Menschen außerhalb des jüdischen Glaubens nicht zuständig sei.

Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. Er aber antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.

Matthäus 15,22-28

Dann ist da die Begegnung am Jakobsbrunnen. Eine Frau aus Samaria kommt an den Brunnen und Jesus bittet sie um Wasser. „Das kann doch nicht mit rechten Dingen zu gehen“ – eine Jude spricht doch keine Samaritanerin an. Die Frau ist erstaunt. Die Begegnung entwickelt sich weiter und die beiden reden über Wasser und das Wasser des Lebens. Von Glauben und Sehnsucht handelt die Begegnung und ganz Samaria freut sich noch auf weitere Begegnungen.

Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken! Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen. Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. – Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser.
Spricht zu ihm die Frau: Herr, du hast doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du denn lebendiges Wasser? Bist due etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Johannes 4, 6-14

Oder entdecken Sie die Begegnung Jesu mit Maria und Marta. Die beiden Frauen nehmen Jesus gastfreundlich auf. Marta sorgt dafür, dass ihr Gast sich wohlfühlt, macht sich im Haushalt zu schaffen, putzt und fegt, kocht das Essen. Ihre Schwester Maria setzt sich zu Jesus, hört ihm zu.
„Wieso muss ich wieder die ganze Arbeit alleine machen!“ – Marta ist empört. „Wie kann es sein, dass immer alles an mir hängen bleibt – wieso greift Jesus nicht ein? Er könnte doch Maria mal sagen, dass sie ihr zur Hand gehen solle. Aber Jesus sagt, dass Maria die richtige Entscheidung getroffen hat…

Maria hat das gute Teil erwählt, das soll nicht von ihr genommen werden.

Als sie aber weiterzogen, kam er ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihnen zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.

Lukas, 10, 38-42

Und dann ist da noch die Begegnung. Am Ostermorgen. Die Jüngerinnen und Jünger trauern um Jesu. Maria Magdalena geht zum Grab und findet es leer. Sie ist verwirrt. Traurig. Aufgewühlt. Da sitzen zwei Engel. Maria Magdalena dreht sich um und dann steht da ein Gärtner. Er fragt sie, warum sie weint. Doch dann erkennt sie ihn. Es ist Jesus. Aber er ist merkwürdig. Abweisend. Es ist nichts mehr so wie vorher. Eine ganz besondere Begegnung – bis heute.

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab und hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den anderen zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
Spricht Jesu zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen“, und was er zu ihr gesagt habe.

Johannes, 20, 11-18

Und vielleicht begegnen Sie an der Krippe ja auch sich selbst – wer weiß?

Begegnen Sie der Vielvölkerkrippe

Hier gibt es jetzt noch ein paar mehr Fotos…

Siehe ich verkündige euch große Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren.