Adventskrippe 2020: Vom Paradies …

So war es geplant im Jahr 2020. Die Krippe sollte einen weiten Bogen spannen – vom Paradies mit der ungetrübten Schöpfung über die Zerstörung dieser Schöpfung bis hin zu dem von den Propheten angekündigten allgemeinen Frieden: Dem Zug der Völker zum Berg Zion und dem Tierfrieden. Dazwischen, in der Zeit in der wir leben, hat sich das Ereignis der Geburt des Gottessohnes ereignet, und Christen glauben, dass mit Jesus das Reich Gottes auf Erden begonnen hat und wir auf dem Weg zu dem versprochenen allgemeinen Frieden sind – obwohl es derzeit danach überhaupt nicht aussieht. Dass wir jährlich Weihnachten feiern, soll uns immer wieder daran erinnern, dass der Samen gelegt ist. Auch die Krippe soll immer wieder einen Anstoß geben, sich zu erinnern, innezuhalten, nachzudenken.

Dann kam es anders – kurz vor Weihnachten 2021. Die Pandemie führte uns in den kompletten Lockdown. Keine Gottesdienste. Keine Besuche. Kein Beisammensein mit anderen Menschen. Auch der Aufbau der geplanten Krippe, die den weiten Bogen spannen sollte, konnte nicht realisiert werden.

So blieb es in diesem Jahr bei den Anfängen. Eine Adventskrippe sollte in vier Schritten auf Weihnachten und auf die vollständige Krippe vorbereiten und zeigte Szenen von der Schöpfung bis zur Vertreibung aus dem Paradies.

1. Advent: Eine runde Sache

Am 1. Advent steht die Krippe im Zeichen der Schöpfung. Auf sieben kreisförmigen Scheiben wird das Schöpfungsgeschehen nach Genesis 1 nachvollzogen. Aus einem kleinen Anfang wächst diese Schöpfung Tag für Tag, Schritt für Schritt: Nach Licht und Dunkelheit, dem Himmel, Wasser und Land entfaltet sich die Schöpfung über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen. Am Ende der Schöpfung aber, als Krone der Schöpfung, steht der Sabbat, die Zeit heiliger Ruhe, die Gott sich genommen hat und die uns mit dem Sonntag geschenkt ist.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut

1. Mose 1, 31a

– eine runde Sache eben.

eben – eine runde Sache.
Die Adventskrippe hat einen ganz besonderen Gast zu Besuch. Lily hat ihren Platz in der Schöpfung

So hat alles begonnen: Alles war gut.

2. Advent: Üppige Blütenpracht

So stelle ich mir, so stellen sich viele das Paradies vor: Alles blüht, wächst und gedeiht, üppiges Grün und tropische Blütenpracht schaffen eine Umgebung, in der alle Tiere miteinander in Frieden leben. Das Paradies ist nach der Schöpfungserzählung ein Garten, als abgesonderter Ort angelegt irgendwo „gegen Osten“ auf dem weiten Erdenrund.

Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.

1. Mose 2, 8

Noch fehlt in unserem Bild der Mensch, für den der Garten angelegt ist. Noch herrscht vollkommene „Unschuld“. Noch ist alles gut.

So ging es weiter: Gott sorgt für alle.

Ein Überblick über die Krippenszene vom 2. Advent

3. Advent: Ende der Unschuld

Nun tritt der Mensch auf den Plan, von Gott geschaffen als Mann und Frau, dazu bestimmt, den Garten zu bebauen und zu bewahren. Aber der Mensch will, er kann sich mit dem Garten nicht zufriedengeben. Der Mensch erliegt der Verlockung. Der „Sündenfall “ wird oft als ein Schuldigwerden des Menschen beschrieben. Jedenfalls ist es der Verlust der Unschuld: Wer – wie Gott – weiß, was gut und böse ist, kann die Augen nicht mehr verschließen … vor sich selbst, vor den Problemen der Welt.

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon eßt, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

1. Mose 3, 4 f.

Die Schlange sprach zur Frau, und der Mann tat mit, ein Riß in der Schöpfungsordnung. Gott hat dem Menschen die Unschuld geschenkt – das Sich-Verlassen auf ihn als den Schöpfer. Aber Gott hat dem Menschen auch die Freiheit zur Entscheidung geschenkt …

Die Verführerin…..
Der Apfel – zum Anbeißen schön…
Was mag Lily wohl gerade denken?

4. Advent: Hinaus – ins Leben

Das Paradies ist zu eng für Menschen, die wissen, was gut und böse ist. Das Paradies ist womöglich kein Paradies mehr, wenn Menschen wissen, was gut und böse ist. Vor Adam und Eva – vor der Menschheit – liegt ein steiniger Weg. Sie haben beschlossen, eigenverantwortlich zu leben mit dem Bewußtsein von gut und böse wie Gott. Das ist nicht so einfach, wie die Schlange ihnen vorgegaukelt hat. Jetzt können sie Gott nicht mehr verantwortlich machen für das, was geschieht, weil sie selbst es in Gang gesetzt haben. Aber: Das ist wahres Leben! Entscheiden und veranworten.

Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, daß er die Erde bebaute, von der er genommen war.

1. Mose 3, 21-23

Gott aber begleitet Adam und Eva auch in die neue Freiheit: Er fertigt ihnen Kleidung. Eine Starthilfe. Und Gott wird bei ihnen bleiben – und bei allen Menschen. Das Leben kann sehr hart sein, aber Menschen sind nie gottverlassen. Das gilt auch in diesem besonderen Jahr!

Hinter den Scheiben: Der Engel verweist Adam und Eva aus dem Paradies
Der Engel erscheint im Paradies
Adam und Eva verlassen den Garten Eden
Ein Blick nach vorne – AVE Maria