Rut ist die dritte Frau, die im Stammbaum Jesu erwähnt wird.
Dies ist das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.
Matthäus 1, 1-6
Abraham zeugte Isaak. Isaak zeugte Jakob. Jakob zeugte Perez und Serach mit der Tamar. Perez zeuge Hezron. Hezron zeugte Ram. Ram zeugte Amminadab. Amminadab zeugte Nachschon. Nachschon zeugte Salmon. Salmon zeugte Boas mit der Rahab. Boas zeugte Obed mit der Rut. Obed zeugte Isai. Isai zeugte den König David.

Wer war Rut?
Rut ist in Moab geboren, einem kleinen Land östlich des Toten Meeres. Mit ihrer Familie lebte sie bescheiden und es ging ihnen gut. Das verdankten die Moabiter ihrem Hauptgott Kemosch. Im Nachbarland lebten die Israeliten und die beiden Volksstämme waren keine dicken Freunde. Es gab Abneigung, gemischte Gefühle und kränkendes Verhalten, aber die Moabiter waren sehr großzügig und als in Israel eine große Hungersnot herrschte nahmen sie das israelische Volk auf und teilten mit ihnen Brot und Wasser. Einer dieser Israeliten war Machlon, Ruts erster Mann, mit dem sie sehr glücklich war.
Damals war es üblich, dass die Frau bei der Heirat ihre Herkunftsfamilie verlässt und in die Familie ihres Mannes geht. So lebte Rut gemeinsam mit Machlon, ihrer Schwiegermutter Noomi, ihrem Schwager Kiljon und dessen Frau Orpa. Doch schon bald verstarben Machlon und auch auch Kiljon. In einer Gesellschaft, die auf Männer setzte, blieben nun zwei junge Witwen und eine verwitwete Schwiegermutter auf sich alleine gestellt.
Voller Vertrauen und Mut bleibt Rut bei Noomi und begleitet sie, als sie zurück nach Bethlehem in die alte Heimat ging. Für Rut war es eine neue Heimat. Und sie war bereit dazu, sich auf das Leben in dem neuen Volk einzulassen, vielleicht stärkte sie das liebevolle Verhältnis zur ihrer Schwiegermutter Noomi. Heute würde man sagen, Rut hat sich bestens in die Heimat und das neue Volk integriert. Sogar der Gott Israels wurde zu ihrem Gott.

Rut hat Ähren gesammelt 
Boas verhandelt mit dem anderen Löser 
Rut mit Boas am Stadttor
Rut sorgte für ihrer beiden Lebensunterhalt und für ihre Schwiegermutter Noomi. Die beiden wurden mehr und mehr zu Vertrauten und hatten eine ganz besondere Beziehung zueinander. Diese Beziehung fiel auf in Israel und sie gefiel. So auch Boas, einem entfernten Verwandten von Noomis Mann. Rut sammelte auf seinen abgeernteten Feldern Ähren und er ließ ihr viel zum Sammeln übrig, so dass Rut und Noomi gut leben konnten. Es kam dann auch so wie es kommen musste. Rut heiratete den Boas und schenkte einem Sohn das Leben. Obed wurde von beiden geliebt, aber ganz besonders von Noomi. Und letztlich bedeutete er die Zukunft für die beiden Frauen. Damals.

Es war aber von alters her ein Brauch in Israel: Wenn einer eine Sache bekräftigen wollte, die eine Lösung oder einen Tausch betraf, so zog er seinen Schuh aus und gab ihn dem anderen; das diente zur Bezeugung in Israel. Und der Löser sprach zu Boas: Kaufe du es!, und zog seinen Schuh aus. Und Boas sprach zu den Ältesten und zu allem Volk: Ihr seid heute Zeugen, dass ich von Noomi alles gekauft habe, was Elimelech, und alles, was Kiljon und Machlon gehört hat. Dazu habe ich mir auch Rut, die Moabiterin, die Frau Machlons, zur Frau genommen, dass ich den Namen des Verstorbenen erhalte auf seinem Erbteil und sein Name nicht ausgerottet werde unter seinen Brüdern und aus dem Tor seiner Stadt; dessen seid ihr heute Zeugen.
Rut 4, 7-10
Gedanken zum Dritten Advent mit Rut
Der Advent ist eine Zeit des Wartens. Eine Zeit der Vorbereitung. Wir warten. Darauf dass Frieden werde. Dass alle ankommen bei sich und zu Hause. Dass es Zuhause und Heimat gibt in der Welt gibt. Wir hoffen auf das Wunder der Weihnacht. Geschichten helfen die Wartezeit zu verkürzen. Und die Geschichte von Rut ist eine große Geschichte. Vielleicht erzählt sie sogar von einem Advent, der etwas anderen Art. Advent – die Ankunft. Rut und ihre Schwiegermutter Noomi sind zwei heimatlose, rechtlose Frauen. Sie haben einen Schicksalsschlag nach dem anderen erlebt. Sie klagen nicht. Sie hoffen vielleicht auf ein besseres Morgen. Und sie handeln. Sie vertrauen auf sich, auf das Band, das sie beide verbindet und auf einen Gott, der für Rut ganz und gar fremd ist. So sind sie mutig. Rut wagt Vertrauen und geht unkonventionelle Wege. Sie riskiert und begegnet den Krisen. Stellt sich ihnen, auch mal entgegen. Und am Ende wird alles gut. Sie ist angekommen in der neuen Heimat. Sie ist angekommen bei ihrem Gott. Sie hat ihres und das Leben ihrer Schwiegermutter gerettet. Sie war mutig. Sie hatte Vertrauen in sich und in ihren Gott, auch wenn es noch fremd war.



