4. Advent: … ein ewiges Königreich

David ist zum König geworden. Er hat nach den biblischen Berichten ein großes Reich erworben, das sein Sohn Salomo stabilisiert und konsolidiert hat. Das Haus Davids soll ewig herrschen – in der Herrschaft Salomos, der durch seine Weisheit herausragt, scheint sich die Prophezeiung zu erfüllen, auch wenn schon erste Risse das Bild durchziehen: Salomo hat seine Herrschaft erst nach Thronkämpfen antreten können, und sein Gebaren wird auch kritisiert, insbesondere die Tatsache, daß er einen Harem von 700 Haupt- und 300 Nebenfrauen nichtjüdischer Herkunft unterhielt, die ihn und die Israeliten zum Abfall von Gott verleiteten, so daß „sein Herz nicht ungeteilt bei dem Herrn, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David“ 1. Könige 11, 4b). Darin wird ein Bruch des Bundes mit David gesehen, der Konsequenzen nach sich zieht:

Der Herr aber wurde zornig über Salomo, dass er sein Herz von dem Herrn, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm geboten hatte, dass er nicht andern Göttern nachwandelte. Er aber hatte nicht gehalten, was ihm der Herr geboten hatte. Darum sprach der Herr zu Salomo: Weil das bei dir geschehen ist und du meinen Bund und meine Gebote nicht gehalten hast, die ich dir geboten habe, so will ich das Königtum von dir reißen und einem deiner Großen geben. Doch zu deiner Zeit will ich das noch nicht tun um deines Vaters David willen, sondern aus der Hand deines Sohnes will ich’s reißen. Doch will ich nicht das ganze Reich losreißen; einen Stamm will ich deinem Sohn lassen um Davids willen, meines Knechts, und um Jerusalems willen, das ich erwählt habe.

1. Könige 11, 9-13

So kommt es … Schon wenige Generationen später ist Samuels Prophezeiung kaum noch nachzuvollziehen: Das Reich wird zunächst in die Teilreiche Juda und Israel geteilt, später werden beide Reiche – zunächst 720 v. Chr. das Nordreich Israel durch die Assyrer, dann 587 v. Chr. Juda durch die Babylonier – von Fremdvölkern erobert, die Eigenstaatlichkeit, das „Reich Davids“, das ohnehin nur noch partiell bestand, sind gewaltsam beendet. Jerusalem und der Tempel Gottes sind zerstört. Wo bleibt jetzt Gott?

Propheten erhalten die Hoffnung auf den ewigen Bund aufrecht …