2. Advent: … ein großes Volk werden

Schon eine ganze Zeit lebt Abram bei Hebron, hat einiges erlebt in der neuen Heimat, aber ein Kind, einen Sohn, hat er nicht bekommen – wie soll da Gottes Verheißung wahr werden?

Nach diesen Geschichten begab sich’s, dass zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Erscheinung: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. Abram sprach aber: Herr Herr, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder und mein Knecht Eliëser von Damaskus wird mein Haus besitzen. Und Abram sprach: Mir hast du keine Nachkommen gegeben; und siehe, einer aus meinem Haus wird mein Erbe sein. Und siehe, der Herr sprach zu ihm: Er soll nicht dein Erbe sein, sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein. Und er hieß ihn hinausgehen und sprach: Sieh gen Himmel und zähle die Sterne; kannst du sie zählen? Und sprach zu ihm: So zahlreich sollen deine Nachkommen sein! Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.

1. Mose 15, 1-6
Abraham vor dem Sternenzelt

Gott schließt einen Bund mit Abram und gibt ihm den neuen Namen Abraham:

Als nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin der allmächtige Gott; wandle vor mir und sei fromm. Und ich will meinen Bund zwischen mir und dir schließen und will dich über alle Maßen mehren. Da fiel Abram auf sein Angesicht. Und Gott redete weiter mit ihm und sprach: Siehe, ich habe meinen Bund mit dir, und du sollst ein Vater vieler Völker werden. Darum sollst du nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn ich habe dich gemacht zum Vater vieler Völker. Und ich will dich sehr fruchtbar machen und will aus dir Völker machen und Könige sollen von dir kommen. Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht, dass es ein ewiger Bund sei, sodass ich dein und deiner Nachkommen Gott bin. Und ich will dir und deinem Geschlecht nach dir das Land geben, darin du ein Fremdling bist, das ganze Land Kanaan,zu ewigem Besitz und will ihr Gott sein.

1. Mose 17, 1-8

Das Zeichen dieses Bundes ist die Bechneidung aller männlichen Nachkommen. Der Bund Gottes mit Abraham ist kein Bund unter gleichen – kann es nicht sein. Aber wenn Gott einen Bund mit einem Menschen schließt, bedeutet das, dass er diesen Menschen als Partner anerkennt. Ein Bund bedeutet: Nicht nur Abraham ist verpflichtet, sondern auch Gott verpflichtet sich Abraham – und seinen Nachkommen. Gott erweist sich nicht als ein ferner Schöpfergott, der dann seine Schöpfung allein lässt oder dem die Menschen egal sind. Gott will eine Geschichte mit den Menschen haben. Gott hat etwas mit den Menschen – hier mit Abraham – vor. Gott hat auch mit uns etwas vor. Auch wir gehören zu den Kindern Abrahams. Gott wendet sich Abraham und Sara und allen seinen Nachkommen zu.

Doch immer noch hat Abraham keinen Sohn von Sara. Er hat wohl mit der Sklavin seiner Frau, Haggar, einen Sohn gezeugt, Ismael, und nach damaligen Gepflogenheiten galt er als Sohn der Sara – und dennoch …

Gott hält sich aber an seinen Bund:

Und der Herr erschien [Abraham] im Hain Mamre, während er an der Tür seines Zeltes saß, als der Tag am heißesten war. Und als er seine Augen aufhob und sah, siehe, da standen drei Männer vor ihm. Und als er sie sah, lief er ihnen entgegen von der Tür seines Zeltes und neigte sich zur Erde und sprach: Herr, hab ich Gnade gefunden vor deinen Augen, so geh nicht an deinem Knecht vorüber. Man soll euch ein wenig Wasser bringen, eure Füße zu waschen, und lasst euch nieder unter dem Baum. Und ich will euch einen Bissen Brot bringen, dass ihr euer Herz labt; danach mögt ihr weiterziehen. Denn darum seid ihr bei eurem Knecht vorübergekommen. Sie sprachen: Tu, wie du gesagt hast. Abraham eilte in das Zelt zu Sara und sprach: Eile und menge drei Maß feines Mehl, knete und backe Brote. Er aber lief zu den Rindern und holte ein zartes, gutes Kalb und gab’s dem Knechte; der eilte und bereitete es zu. Und er trug Butter und Milch auf und von dem Kalbe, das er zubereitet hatte, und setzte es ihnen vor und blieb stehen vor ihnen unter dem Baum, und sie aßen. Da sprachen sie zu ihm: Wo ist Sara, deine Frau? Er antwortete: Drinnen im Zelt. Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. Das hörte Sara hinter ihm, hinter der Tür des Zeltes. Und sie waren beide, Abraham und Sara, alt und hochbetagt, sodass es Sara nicht mehr ging nach der Frauen Weise. Darum lachte sie bei sich selbst und sprach: Nun, da ich alt bin, soll ich noch Liebeslust erfahren, und auch meinHerr ist alt! Da sprach der Herr zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich noch gebären, nun, da ich alt bin? Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein? Um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen übers Jahr; dann soll Sara einen Sohn haben.

1. Mose 18, 1-15

Sara bekommt einen Sohn und nennt ihn Isaak. Isaaks Sohn Jakob wird der Vater von Josef und seinen Brüdern, die nach Ägypten ziehen und dort zum großen Volk werden, so groß, daß Pharao es mit der Angst zu tun bekommt und das Volk unterdrückt. Das Volk schreit zu Gott – aber das ist schon eine neue Geschichte.