Gottes Bundesschlüsse
Von Adventssonntag zu Adventssonntag entsteht die Weihnachtskrippe an der Hoffnungskirche.
Dieses Mal führt uns die Krippe vor, wie Gott immer wieder mit einzelnen Menschen, mit einem Volk, mit allen Menschen einen Bund geschlossen hat. Fast von Anfang an ist der Mensch ein Gegenüber Gottes. Nachdem die Welt entstanden ist, Himmel und Erde, Land und Meer geschaffen worden sind, nachdem die Erde mit Pflanzen und Tieren aller Arten bevölkert worden ist, hat Gott den Menschen geschaffen:
Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
1. Buch Mose 1, 26 f. (Luther 2017)
Gott sucht den Menschen als ein Gegenüber und pflegt Kontakt mit ihm. Gott spricht mit Adam und Eva und sorgt dafür, dass sie mit allem versorgt sind, was sie brauchen. Er will sie schützen und verbietet ihnen deshalb die Frucht des Baumes der Erkenntnis, denn Gott weiß. dass die Menschen nach ihrem Genuss nicht glücklich sein werden, nicht mehr unbeschwert werden leben können – ihre gleichsam kindliche Unschuld verlieren werden. Doch die Menschen suchen die Erkenntnis und wollen werden wie Gott. Entgegen der Beteuerung der Schlange werden sie nicht wie Gott, aber die Menschen führen sich wie Gott auf und müssen die Konsequenz tragen: Erkenntnis von Gut und Böse bedeutet Verantwortung. Das Leben ist kein Ponyhof – und es ist auch kein Paradies (mehr). Es ist rauhe, oft unbarmherzige Wirklichkeit. Der Rest ist Geschichte … Die Geschichte des Menschen mit allen Höhen und vor allem allen Tiefen.
Aber Gott lässt seine Menschen nicht allein. Sie verliere zwar das Paradies, aber Gott gibt ihnen eine Starthilfe – er macht Adam und Eva Kleidung, und auch außerhalb des Paradieses ist Leben möglich. Ein hartes Leben, ein endliches Leben, aber ein Leben, dass im besten Fall in Selbstbestimmung gelebt werden kann – das, was Adam und Eva, von der Schlange verführt, wollten.
Gott lässt die Menschen nicht allein – und immer wieder wendet er sich ihnen zu, bietet ihnen einen Bund an.
1. Advent – Nach der Sintflut
Die Menschen sind schlecht. Sie sind so schlecht, dass Gott beschließt, sie in einer großen Flut zu vernichten – alle, außer Noah, seiner Familie und den Tieren.
Gott schließt einen Bund mit Noah nach der Flut und setzt zum Zeichen dieses Bundes einen Regenbogen in die Wolken.


Lesen Sie hier weiter.
2. Advent – … ein großes Volk werden
Viele Generationen waren seit der Sintflut vergangen. Inzwischen hatte es den Versuch des Turmbaus in Babel gegeben, und die Menschen sprachen nicht mehr dieselbe Sprache. Jetzt wendet sich Gott einem Nachkommen Noahs, dem Abram zu. Er will ihm eine neue Heimat schenken und ihn zu einem großen Volk und zum Segern für alle machen:
Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.
1. Mose 13, 1-3
Abram vertraut auf Gott, zieht aus seiner Heimat in das Land Kanaan und lässt sich bei Hebron im Hain Mamre nieder. Es geht ihm gut – nur die Verheißung, dass aus ihm ein großes Volk entstehen wird, geht nicht in Erfüllung. Abrams Frau Sara ist unfruchtbar, die Ehe bleibt kinderlos. Doch Gott hält an seiner Verheißung fest: So viele Sterne am Himmel stehen, so viel Sand in der Wüste liegt, so groß soll das Volk werden. Und schließlich bekommen Abram und Sarai einen Sohn, Isaak.

Lesen Sie hier weiter.
3. Advent – Gottes Volk werden …
Viele Jahre und mehrere Generationen sind vergangen. Joseph ist von seinen Brüdern nach Ägypten verkauft worden – zum Glück für seine Familie. Als eine große Hungersnot ausbrach, für die Joseph in Ägypten vorgesorgt hatte, konnte er seine Familie unterstützen und retten. Sie zog nach Ägypten und wurde zum großen Volk. Aber den Ägyptern wurden sie unheimlich – sie hatten zu viel Erfolg, sie vermehrten sich zu sehr … Pharao unterdrückte das Volk Israel und wollte es ausrotten, aber der Herr hörte die Klage der Menschen und sandte Moses, dem er sich im brennenden Dornbusch in der Wüste als der Gott seiner Väter offenbart hatte:
Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt.
2. Mose 3, 14

Mose führt das Volk aus Ägypten. Als es am Sinai lagert, erscheint Gott und bietet dem Volk einen Bund an:
Und der Herr rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.
2. Mose 19, 3b-6
Gott schenkt seinem Volk – und allen Menschen – die zehn Gebote oder Weisungen zu einem guten Leben vor Gott und den Mitmenschen. Sie sind das Symbol des Bundes Gottes mit seinem Volk, dem Volk Israel.

Die zehn Gebote 
Am Berg Sinai
Lesen Sie hier weiter.
4. Advent – ein ewiges Königreich
David ist nach Saul König geworden und hat ein Reich begründet. Er lebt nun in einem prächtigen Palast und empfindet es als schändlich, daß Gott nach wie vor in dem einfachen Zeltheiligtum wohnen muß; er möchte ihm einen Tempel bauen. Gott lehnt das ab; erst sein Nachfolger soll den Tempel bauen. Und Gott spricht eine Verheißung:
Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich. Ich will sein Vater sein, und er soll mein Sohn sein … dein Haus und dein Königtum sollen beständig sein in Ewigkeit vor dir, und dein Thron soll ewiglich bestehen.
2. Samuel 7, 12-14, 16

Lesen Sie hier weiter.
Weihnachten: Der neue und ewige Bund
Mit der Geburt Jesu, so Glauben wir, hat Gott einen neuen Bund mit uns geschlossen. Ein solcher Bund war dem Gottsvolk schon vor vielen hundert Jahren angekündigt worden:
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.
Jeremia 31, 31-33
Jetzt hat er sich erfüllt. Der Engel Gabriel kündigt Maria die Geburt eines Sohnes an und sagt:
Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.
Lukas 1, 32, 33
Christus ist der Sohn Davids, der – wenn auch ganz anders, als von den Menschen seiner Zeit und vor seiner Zeit erwartet, das ewige Königreich Davids erneuern wird: Den Bund Gottes mit den Menschen.

Christus, der Heiland aller Menschen, wird in Bethlehem, der Stadt Davids, in einem Stall geboren. Schon in seiner Geburt in der Fremde deutet sich an, daß er kein ruhiges Leben führen wird. Er wird später von sich sagen:
Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege.
Lukas 9, 58
Jesus wird unbehaust sein, so wie wir Menschen im Grunde unbehaust sind. „Wir sind nur Gast auf Erden …“ Der neue Bund ist unsere Heimat, denn er führt uns zu Gott.
Doch es bleibt nicht bei der „romantischen“ Szene in Bethlehem, bei Hirten und Schafen, Engeln, Weisen und dem Stern. Schon bald muß das Kind mit seinen Eltern fliehen und wird zum neuen Moses, der aus Ägypten in das Land der Verheißung kommt.
Johannes der Täufer ist als Bote, als Rufer in der Wüste, gesandt: Er soll die Menschen auf den neuen Bund und den Messias vorbereiten. Bei der Taufe im Jordan erkennt Johannes in Jesus den verheißenen Messias. Später – als Johannes von Herodes gefangen genommen worden ist – bekommt er offenbar Zweifel. Vielleicht hatte er mehr, anderes vom Messias erwartet so wie viele, die hofften, der Messias werde die Römer vertreiben und ein neues Großreich auf dem Boden Palästinas errichten.
Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, sandte er seine Jünger und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und sagt Johannes wieder, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote stehen auf und Armen wird das Evangelium gepredigt.
Matthäus 11, 2-5
Jesus antwortet nicht direkt auf die Frage des Johannes, sondern verweist auf sein Wirken und damit auf eine Prophezeiung des Jesaja:
Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden. Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken … Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen.
Jesaja 35, 5, 6a: 61, 1b
An Jesu Wirken ist zu erkennen, wer er ist und daß die Heilszeit angebrochen ist.

Wie ungewöhnlich dieser Messias ist, zeigt sich in einer Zeichenhandlung Jesu, dem Einzug in Jerusalem: Jesus gibt sich – wieder wird Bezug genommen auf eine Prophezeiung – als der Messias zu erkennen, aber zieht nicht auf einem Schlachtross ein, sondern auf einem friedlichen Esel, der gewohnt ist Lasten zu tragen, so wie auch Jesus unser aller Last auf sich nehmen wird. Viele Menschen erkennen in Jesus den Sohn Davids:
Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
Matthäus 21, 8, 9
Seine Vollendung findet der neue Bund auf eine von den Menschen nicht erwartete Weise: Jesus gibt sich ganz, Fleisch und Blut, für die Menschen. Als Zeichen dafür setzt Jesus das Abendmahl ein und macht deutlich, dass darin der neue Bund erfüllt ist:
Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis! Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, so oft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
1. Korinther 11, 24b, 25
Kurz darauf wird er gefangen genommen, verurteilt und gekreuzigt: Er stirbt den Tod eines Verbrechers am Kreuz. Doch der Tod kann ihn nicht halten. So steht am Ende der Krippe das leere Grab für unseren Glauben an die Auferstehung Jesu und unsere Auferstehung zum ewigen Leben bei Gott. Dann sind wir wahrhaft zu Hause. Dann ist der Bund Gottes mit den Menschen an sein Ziel gekommen.














